9. November 2026, 18.15 – 19.45 Uhr, HSG, Raum A 01-014
Staubstürme in Südafrika – Ursachen und Auswirkungen
Dr. Wolfgang Fister, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Forschungsgruppe Physiogeographie und Umweltwandel im Departement Umweltwissenschaften, Universität Basel
Staubstürme gehören zu den eindrücklichsten Naturphänomenen in ariden und semiariden Räumen. Doch welche klimatischen und edaphischen Einflussfaktoren treiben sie an, und weshalb reichen ihre Auswirkungen weit über die Quellgebiete hinaus? Das durch Deflation erodierte und transportierte Bodenmaterial beeinträchtigt nicht nur die lokalen Agrarökosysteme und die Infrastruktur, sondern stellt auch ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung dar. Über Telekonnektionen hat es zudem weitreichende Auswirkungen auf das globale Klimasystem und marine Stoffkreisläufe.
Am Beispiel Südafrikas beleuchtet der Vortrag die Ursachen, Prozessdynamiken und Folgen von Staubstürmen in landwirtschaftlich geprägten Trockenregionen. Neben den üblicherweise mit Staubstürmen assoziierten Wüstengebieten wurden diese ebenfalls als bedeutende Quellen atmosphärischen Staubs identifiziert. Die Erkenntnisse ermöglichen unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten somit eine fundierte Übertragbarkeit auf Trockengebiete weltweit. Auch wenn die exakte Entwicklung der Staubsturmhäufigkeiten noch mit Unsicherheiten behaftet ist, so deuten Indizien im komplexen Spannungsfeld zwischen globalem Klimawandel und regionalen Landnutzungsänderungen darauf hin, dass sich die Voraussetzungen für eine Zunahme der Staubaktivität künftig weiter verschärfen werden.